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veröffentlicht am 15.01.2020

Meeresschildkröten sind akut in Gefahr

Der am 15. Jänner 2020 von Greenpeace veröffentlichte Report „Turtles Under Threat” zeigt, dass Meeresschildkröten durch Fischerei, Plastikmüll und die Klimakrise akut vom Aussterben bedroht sind.

Gemeinsam mit einem Forschungsteam hat Greenpeace Schildkrötenpopulationen mit Sendern ausgestattet und herausgefunden, dass sich die Erderhitzung negativ auf die Fortpflanzungsfähigkeit von Meeresschildkröten auswirkt. Zudem landen die Reptilien weiterhin als Beifang in Fischernetzen oder ersticken an Plastik. Greenpeace fordert ein starkes UN-Meeresabkommen – damit sich Bestände wie die der stark gefährdeten Meeresschildkröten wieder erholen können.

Sechs von sieben Meeresschildkrötenarten stark gefährdet


„Schildkröten sterben uns in rasantem Tempo vor den Augen weg. Um das Überleben dieser einzigartigen Tiere zu sichern, müssen alle Staaten dafür sorgen, dass bis spätestens 2030 mindestens 30 Prozent der Ozeane unter Schutz gestellt werden”.

Bereits sechs von sieben Meeresschildkrötenarten sind von der Weltnaturschutzunion IUCN als stark gefährdet eingestuft. Damit sich die angeschlagenen Populationen erholen können, braucht es vor allem im offenen Meer miteinander verbundene Schutzzonen, sodass die Schildkröten ohne Risiko ihre langen Wanderrouten zurücklegen können. Die größten Gefahren für die Schildkröten sind die Klimaerhitzung, die industrielle Fischerei sowie die Plastikverschmutzung. Durch wärmere Gewässer und veränderte Strömungen verlängern sich die Wanderrouten der Schildkröten, was sich wiederum extrem negativ auf die Fortpflanzung auswirkt. Durch die Fischerei landen die Tiere als Beifang in Netzen oder verfangen sich in zurückgelassenem Fischereigerät, wodurch sie oft ertrinken. Die Aufnahme von nur 14 Plastikteilchen kann wiederum den Tod für eine Schildkröte bedeuten.

Schildkröten innerhalb von 500 Jahren von Menschen an den Rand der Existenz getrieben

Schildkröten leben bereits seit 100 Millionen Jahren auf unserem Planeten und sind für das Ökosystem Meer extrem wichtig. So wirken die Schalen ihrer Eier an Stränden als Dünger. Grüne Meeresschildkröten fressen als eine der wenigen Arten Seegras, womit sie große Unterwasser-Seegraswiesen gesund halten. Seegraswiesen sind eine der effizientesten CO2-Senken auf unserem Planeten. Verschwinden die Schildkröten aus diesen Ökosystemen, verlieren wir damit also auch Verbündete gegen die Erderhitzung.

Schildkröten haben bereits zu Zeiten der Dinosaurier gelebt – aber in nur rund 500 Jahren haben wir Menschen sie an den Rand der Existenz getrieben. Der aktuelle Greenpeace-Report zeigt, wie dramatisch das Schildkrötensterben mittlerweile ist. Vor dreißig Jahren gab es an den Stränden Französisch-Guayanas pro Saison 50.000 Meeresschildkröten-Nester. Heute sind es nicht einmal mehr 200.

Um auf das Leid der Schildkröten hinzuweisen, hat Greenpeace auch einen Animationsfilm veröffentlicht. Er zeigt, wie eine Schildkrötenfamilie vom Urlaub heimkommt – und ihr Zuhause nicht wiedererkennt.


Die Lösung: Meeresschutzgebiete

Der Report wurde von SchildkrötenexpertInnen erstellt, die an Bord des Greenpeace-Schiffs Esperanza vor Französisch-Guyana die Bestände untersuchten. Die Expedition ist Teil der Greenpeace-Tour von Pol zu Pol und liefert einen weiteren Baustein im Gesamtbild: Dass die Meere schlimm bedroht sind – und nur Schutzgebiete ihnen helfen können.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fordern bis zum Jahr 2030 mindestens 30 Prozent der Weltmeere umfassend zu schützen, damit sich die Meere wieder erholen können. Das Problem: Bis heute gibt es kein globales Gremium, das Meeresschutzgebiete in vielen Teilen der Hohen See beschließen kann. 2020 wollen Regierungen weltweit dieses Abkommen beschließen. Durch solch ein Abkommen könnte beispielsweise ein Gremium festgelegt werden, das vorgeschlagene Meeresschutzgebiete entscheidet, realisiert, verwaltet und kontrolliert.

Greenpeace fordert daher ein starkes Hochseeschutzabkommen. Dieses Abkommen ist unerlässlich, damit ein Netzwerk an Schutzgebieten umgesetzt werden kann. Denn es ist höchste Zeit: Die Meere und all ihre Bewohner haben bereits schwer mit der Erderhitzung, der Verschmutzung, Überfischung und den Machenschaften der Industrie zu kämpfen.

Über zwei Millionen Menschen geben der Forderung von Greenpeace bereits Rückhalt. Besonders viele sind es in Österreich, wo mehr als 300.000 engagierte Menschen die Petition unterschrieben habe. Ihre Stimme ist es, die den VerhandlerInnen bei den vereinten Nationen Rückhalt geben wird, und dank der Unterstützung zahlreicher Menschen kann Greenpeace dort auch mit Expertinnen und Experten die Stimme der Umwelt vertreten.

Helfen Sie uns, unsere Meere zu schützen und unterschreiben Sie die Petition!

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