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veröffentlicht am 15.06.2018

Das Meer und Du

Ich bin das Meer und ich möchte Dir heute etwas erzählen.

Hörst Du auch ganz genau zu? Das solltest Du. Nicht für nur mich, sondern für Dich. Wenn ich aus dem Gleichgewicht bin, bist es auch Du. Wenn ich krank bin, wirst es auch Du. Denn alles Leben ist miteinander verbunden und im Fluss. Ist dieser Fluss gestört, stirbt Leben. Und wenn das Leben in mir stirbt, stirbt es überall. Mit einem Unterschied: Ich werde noch da sein, aber Du vielleicht nicht.

Lausche meinem sanften Rauschen, das den Sand umspült und den schallenden Wellen, die zur Brandung peitschen. Nimm einen tiefen Atemzug und tauche mit mir in meine unendlichen Weiten ein: Erlebe eine Welt in Türkis- bis Azurblau. Bestaune die verzauberten Unterwasserwälder und die bunten Korallenwelten. Tauche ab bis in unbekannte Tiefen zu den ältesten Giganten der Zeit – den Walen und noch viel tiefer, bis zu den bestgehüteten Geheimnissen der dunklen Tiefsee.

Ich bin der Windmacher. Ich bin die Klimamacherin und das Älteste und Kolossalste, das unsere Welt hervorgebracht hat. Ich besiedle mehr als zwei Drittel der Erdoberfläche. Ich beherberge Millionen verschiedener Lebewesen, die Du bei weitem noch nicht alle kennst. Ich bin der größte Lebensraum der Erde, die größte Nahrungsquelle für Tier und Mensch. Ich allein ernähre zwei Milliarden von euch Menschen. Jeder zweite deiner Atemzüge stammt von mir. Ohne mich könntest Du auf diesem Planeten nicht überleben.

Doch ich bin krank. Meine Kreisläufe sind aus dem Gleichgewicht: Meine Korallen, meine Algen und meine Fische sind in ihrer Menge und Vielfalt stark bedroht. Deshalb müssen wir jetzt reden!

Warum wirfst Du diese ungeheuren Mengen an Plastik in mich hinein? Viele meiner Meeresbewohner verwechseln die Teile mit ihrer Nahrung und verhungern mit vollem Magen.

Wieviel Fisch willst du noch fangen? 90 Prozent meiner Fischbestände hast du bereits bis an ihre Grenze ausgenutzt oder gar vollends ausgeschöpft. Viele Fische sind dabei unnötig in kilometerweiten Netzen als Beifang gestorben.

Ich gebe gerne, aber Du scheinst unersättlich.

Und jetzt nimmst Du Dir auch noch meine Tiefen vor! Die große Suche nach Rohstoffen und Energie aus der Tiefsee hat begonnen. Denn Dein Bedarf an Öl und Gas ist maßlos. Und so vernichtest Du, bevor Du erforschst.

Dein Lebensstil setzt Unmengen Kohlendioxid frei. An den beiden Polkappen kannst Du die Auswirkungen sehen: Das Eis schmilzt und ergießt sich bereits in meine Ozeane.

Meine Ökosysteme kennen keine Landesgrenzen. Was immer Du tust, hat Auswirkungen auf mich und unsere gesamte Welt. Ganze Küstenstreifen und auch einige Eurer großen Städte werden nicht mehr bewohnbar sein.

Will ich Dich in Angst ertränken? Nein. Ich schlage hohe Wellen, um Dich endlich aufzuwecken! Denn Du kannst das Ruder noch herumreißen: Mit dem, was Du isst, was Du trägst, womit Du Deine Zähne putzt und welchen Mist Du produzierst. Alles bleibt im Kreislauf und Gedächtnis des Lebens verhaftet und nirgends unbemerkt. Denn zusammen sind wir „Meer“!

Ich brauche jetzt Deine Hilfe! Meine Meeresbewohner und ich haben in Deiner Welt keine Stimme. Wir brauchen Dich, um für uns zu sprechen. Ich brauche Dich, um mich zu schützen – und das im großen Stil! Ich brauche großflächige Schutzgebiete, in denen meine Schützlinge – von Menschen ungestört – aufatmen und sich erholen können. Und genau das besprechen die Vertreter Deiner UNO derzeit! Sie verhandeln gerade das größte Meeresschutzabkommen der Welt! Ihr Menschen müsst dieses Abkommen jetzt gegen die wirtschaftlichen Interessen einiger weniger von Euch verteidigen.

Für mich, für Dich und für die Zukunft Deiner Kinder. Es gibt keinen Plan B und keinen Planeten B.

Du musst dich dieser Herkulesaufgabe nicht alleine stellen: Greenpeace setzt alle Hebel in Bewegung, um das größte und stärkste Meeresschutzabkommen der Welt zu ermöglichen. Wir informieren die Weltbevölkerung. Wir arbeiten mit WissenschaftlerInnen zusammen, um die Notwendigkeit des Meeresschutzes zu beweisen. Und wir stellen uns der Industrie entgegen – an Land und auf dem Meer. Dafür brauchen wir jetzt Deine Unterstützung! Wir finanzieren unsere Arbeit nur durch private Spenden. Wir sind daher auf den Einsatz vieler engagierter Menschen wie Dir angewiesen. Bitte unterstütze uns jetzt mit Deiner Spende – gemeinsam schützen wir das Meer!