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veröffentlicht am 22.08.2018

Tag des Fisches

Heute ist Weltfischtag. Eine Gelegenheit, um zum Schutz und Erhalt der Wasserbewohner aufzurufen. Denn Fische haben weltweit mit zahlreichen Problemen zu kämpfen. Klimaerhitzung, Plastik im Meer und Überfischung machen ihnen schwer zu schaffen. Das UN-Meeresabkommen, das im September in New York erstmals verhandelt wird, könnte ein erster Schritt sein, um das Meer und dessen Bewohner zu schützen.

Von Hannah Lohrmann

Weltweit enorme Überfischung

Laut der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen sind knapp 90 Prozent der kommerziell genutzten Fischbestände ausgereizt, überfischt oder zusammengebrochen. Vor allem Länder, die keine oder wenig Fischereimöglichkeiten haben, stoßen bei der enormen Nachfrage der Verbraucher und Verbraucherinnen an ihre Grenzen. Sie sind beinahe vollständig von Fischimporten aus dem Ausland abhängig. In Österreich markiert der 17. Jänner den “ Tag der Fischabhängigkeit”. Ab diesem Tag ist das Land auf den Import von Meeresfisch angewiesen, um die Binnennachfrage decken zu können. Denn in Österreich landen jährlich bis zu acht Kilogramm Fisch auf den Tellern.

Kontraproduktive Zertifizierungssysteme

Auch Gütezeichen kann nicht blind vertraut werden. MSC beispielsweise ist kein Garant für nachhaltige Fischerei. Hier werden immer wieder Zertifikate vergeben, obwohl der Fisch aus überfischten Beständen stammt, Grundschleppnetze genutzt werden und dadurch der Meeresboden zerstört wird. Von nachhaltiger Meeresfischerei kann also nicht die Rede sein. Fische und andere Meerestiere brauchen eine Pause, um sich zu erholen. Es ist deshalb an der Zeit umzudenken und Meeresfisch von der Speisekarte zu streichen. Wer auf Fisch nicht gänzlich verzichten möchte, kann auf heimische Arten zurückgreifen.

Gefahr durch Plastik

Das Plastik in den Weltmeeren stellt eine zusätzliche Belastung für alle Meeresbewohner dar. Im Mittelmeer sind pro Quadratkilometer bis zu 1,25 Millionen Partikel des Mikroplastiks zu finden. Greenpeace konnte in einem kürzlich veröffentlichten Report sogar Mikroplastik in der Antarktis nachweisen.
Fische halten die Kunststoffpartikel fälschlicherweise für Nahrung und erleiden Darmentzündungen und Fortpflanzungsstörungen, die bei vielen zum Tod führen. Eine Studie des Alfred-Wegener-Instituts in Bremerhaven konnte bei mehr als fünf Prozent der untersuchten Speisefische aus der Nord- und Ostsee Mikroplastik im Verdauungstrakt nachweisen.

Zunehmende Klimaerhitzung – Fischen bleibt keine Zeit sich anzupassen

Die zunehmende Klimaerhitzung wirkt sich ebenfalls negativ auf die Fischpopulationen aus. Steh- und Fließgewässer erwärmen sich, wodurch der Sauerstoffgehalt sinkt. Für die Fische kommt die Temperaturveränderung oft sehr plötzlich und kann daher tödlich sein. In Hamburg starben als Folge der jüngsten Hitzewelle fünf Tonnen Fisch, aus dem Rhein wurde eine Tonne toter Fisch geholt.

Schutzgebiete notwendig

Große Meeresschutzgebiete könnten die Lebensräume der Fische und anderer Meerestiere retten. Bisher sind nur zwei Prozent der Weltmeere geschützt. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen fordern jedoch, die Schutzgebiete bis 2030 auf rund 30 Prozent auszuweiten.

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