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veröffentlicht am 04.04.2019

30 Prozent der Meere bis 2030 geschützt

Greenpeace-Report: So sieht Meereschutz aus

Zusammen mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern hat Greenpeace eine Studie zu weltweiten Meeresschutzgebieten veröffentlicht. Sie zeigt: Es ist möglich, bis 2030 30 Prozent unserer Meere unter Schutz zu stellen.

Von Jennifer Ganster

Unsere Weltmeere sind der Quell allen Lebens, Heimat unzähliger bedrohter Arten und der größte Lebensraum des Planeten. Doch nicht nur das, sie regulieren auch das Weltklima. Ihre Gesundheit ist ausschlaggebend für den Fortbestand der Menschheit. Wie einfach der Schutz von 30 Prozent unserer Meere umzusetzen wäre, zeigt jetzt eine Studie, die Greenpeace gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universität britischen Universitäten Oxford und York veröffentlichte. Auf Basis neuester wissenschaftlicher Daten zeigt der Report erstmals auf, wie mindestens 30 Prozent unserer Meere bis 2030 geschützt werden können – zurzeit ist lediglich ein Prozent geschützt.


Die Studie wird im Rahmen der historischen Verhandlungen für ein UN-Hochseeschutzabkommen veröffentlicht - die zweite Verhandlungsrunde des Abkommens findet aktuell in New York statt und endet am 5. April. Bis 2020 wollen Regierungen weltweit dieses Abkommen beschließen, das ein wichtiges Instrument wäre, um den Schutz der Hohen See umzusetzen. Durch solch ein Abkommen könnte beispielsweise ein Gremium festgelegt werden, das vorgeschlagene Meeresschutzgebiete entscheidet, realisiert, verwaltet und kontrolliert. Die Hohe See erstreckt sich über 43 Prozent der Erdoberfläche und macht 70 Prozent des Lebensraums auf unserem Planeten aus. Sie liegt jenseits der 200-Seemeilen-Zone vor den Küsten und damit außerhalb nationaler Gerichtsbarkeiten. Doch bis heute gibt es kein globales Gremium, das Meeresschutzgebiete in vielen Teilen der Hohen See beschließen kann.

Die industrielle Bedrohung

Die Klimakrise, Überfischung, Lärmbelastung und Verschmutzung gefährden die Meere. Zerstörerische Fangmethoden haben dazu geführt, dass die kommerziell genutzten Fischbestände bereits zu 90 Prozent entweder bis an die Grenze genutzt oder überfischt sind. Plastikabfälle töten jedes Jahr rund 100.000 Meeressäugetiere. Doch nicht nur das: Das riesige Ökosystem der Meere reguliert auch unser Klima. Denn die Lebewesen der Hohen See nehmen Kohlenstoff an der Wasseroberfläche auf und speichern ihn in der Tiefe. Ohne diesen Mechanismus wäre die Erde unbewohnbar. Gesunde Meere sind daher für unseren Planeten unerlässlich.


Lebenselixier und Lebensraum

Das in der Studie präsentierte Modell würde sich als Netzwerk zwischen Süd- und Nordpol erstrecken. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler basieren das Netzwerk auf neuesten wissenschaftlichen Daten, zur Verteilung von Meeresbewohnern, Wanderrouten von Tieren, Beschaffenheit des Meeresbodens und industriellen Parametern wie beispielsweise bereits vergebene Förderlizenzen. Die Hohe See ist eine unersetzliche Wanderroute: Wale, See-Elefanten, Thunfische, Schwertfische, Aale, Haie, Schildkröten, Pinguine und Albatrosse zählen zu den Nomaden der Hohen See, die ganze Meeresbecken durchkreuzen. Das vorgestellte Netzwerk würde weit wandernde Meerestiere vor dem Aussterben schützen, und ihren Lebensraum bewahren.


Die Lösung: Meeresschutzgebiete

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fordern bis zum Jahr 2030 mindestens 30 Prozent der Weltmeere umfassend zu schützen, damit sich die Meere wieder erholen können. Das Problem: Bis heute gibt es kein globales Gremium, das Meeresschutzgebiete in vielen Teilen der Hohen See beschließen kann. Verhandlungen für ein solches UN-Hochseeschutzabkommen finden aktuell in New York statt. Bis 2020 wollen Regierungen weltweit dieses Abkommen beschließen. Durch solch ein Abkommen könnte beispielsweise ein Gremium festgelegt werden, das vorgeschlagene Meeresschutzgebiete entscheidet, realisiert, verwaltet und kontrolliert.

Greenpeace fordert daher ein starkes Hochseeschutzabkommen. Dieses Abkommen ist unerlässlich, damit ein Netzwerk an Schutzgebieten umgesetzt werden kann. Denn es ist höchste Zeit: Die Meere und all ihre Bewohner haben bereits schwer mit der Erderhitzung, der Verschmutzung, Überfischung und den Machenschaften der Industrie zu kämpfen.

Hilf jetzt mit, unsere Meere zu schützen und unterschreibe die Petition: https://meeresschutz.greenpeace.at/meeresschutzgebiete/

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